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Ultrafeine Ölfiltration im Bootsmotor: Warum sauberes Öl länger schützt

Vier Ölfiltereinsätze für Motoröl auf einem Betonboden

Bootsbesitzer kontrollieren den Ölstand und wechseln das Öl nach Plan. Weniger Beachtung findet die Frage, wie sauber der Schmierstoff zwischen zwei Wechseln bleibt. Genau in dieser Zeit entsteht ein großer Teil des Motorverschleißes. Sportbootmotoren laufen häufig unter hoher Last, etwa bei langen Gleitfahrten mit hohen Drehzahlen. Hinzu kommen salzhaltige Luft und lange Liegezeiten im Hafen, zusammengefasst äußerst ungünstige Betriebsbedingungen. Dieser Beitrag erklärt, warum Motoröl altert und was eine Feinfiltration im Nebenstrom leisten kann.

Autor Marcel Fuchs ist seit fast 40 Jahren im Wassersport aktiv. Vor seiner Tätigkeit als Sachverständiger führte er einen eigenen Servicebetrieb. Heute gehören Yachtmanagement sowie An- und Verkaufsberatung zu seinen Schwerpunkten. Aus diesem Blickwinkel ordnet er die Feinfiltration von Motoröl ein.

Wo der Verschleiß im Motor entsteht

Serienmäßige Vollstromfilter halten häufig erst Partikel ab etwa 25 bis 45 µm zuverlässig zurück. Kleinere Teilchen bleiben im Kreislauf und wandern ständig durch den Motor. Den meisten Verschleiß verursachen Partikel zwischen 2 und 10 µm. Gröbere Schmutzpartikel überbrücken den rund 3 µm dünnen Ölfilm belasteter Bauteile und verursachen Metallkontakt. Mit bloßem Auge sind Verunreinigungen unter etwa 40 µm nicht zu erkennen. Ein menschliches Haar ist zum Vergleich etwa 50 bis 100 µm stark.

Warum Motoröl altert

Seine Schutzwirkung verliert Motoröl vor allem durch Verunreinigungen. Dazu zählen Metallabrieb, Ruß, Oxidationsprodukte, Wasser und eingetragener Kraftstoff. Kondenswasser bildet sich durch wechselnde Temperaturen beim Aufheizen und Abkühlen. Auch über die Kurbelgehäuseentlüftung gelangt Feuchtigkeit in den Schmierkreislauf. Bei kurzen Fahrten verdampft dieses Wasser nicht vollständig. Damit sind insbesondere kurze Laufzeiten als ungünstig zu klassifizieren.

Zusammen mit Schwefel bildet Wasser Säuren im Öl. Dadurch sinkt die Basenzahl (TBN), während die Säurezahl (TAN) steigt. Diese Oxidation ist ein wesentlicher Grund für einen Ölwechsel. Serienfilter nehmen weder Wasser noch Säuren auf. Insbesondere für Boote mit langen Standzeiten und kurzen Fahrten hat dieser Effekt besonderes Gewicht.

Das Prinzip der Feinfiltration im Nebenstrom

Bei der Bypass-Filtration fließt ein kleiner Teil des Ölstroms dauerhaft durch einen zusätzlichen Filter. Der serienmäßige Vollstromfilter bleibt dabei unverändert im System. Im Nebenstrom lässt sich das Öl bis auf 0,5 µm reinigen. Gleichzeitig bindet das Filterelement freies Wasser. Additive bleiben im Öl, da sie regulär kleiner als 0,5 µm sind. Je länger der Motor läuft, desto mehr Schmierstoff passiert den Feinfilter.

Ein dokumentiertes Praxisbeispiel betrifft einen Caterpillar 3412 auf der Motoryacht „Quiet Place“. Nach 3.550 Betriebsstunden mit Feinfilter zeigten ausgebaute Lager keine Riefen. Aus der Praxis empfiehlt sich ein Tausch des Filterelements etwa alle 800 Betriebsstunden. Unabhängige Langzeitmessungen an Sportbootmotoren liegen zu diesem Beispiel nicht vor.

Ölwechsel nach Ölanalyse

Eine Laboranalyse erfasst bei sauber gehaltenem Öl unter anderem Wassergehalt, Partikel sowie TBN und TAN. Solange die Werte in zulässigen Grenzen liegen, kann das Öl im Motor bleiben. Die Altölmenge lässt sich so um bis zu 90 Prozent verringern. Wer vom festen Wechselintervall auf Ölanalysen umstellt, trifft beim Motorenhersteller auf Wohlwollen. Die Analyse zeigt den tatsächlichen Zustand des Öls. Etablierte Anbieter hochwertiger Mikrofiltrationssysteme garantieren auf Basis von Ölanalysen meist den Erhalt der Herstellergarantie.

Was die Ölanalyse dem Sachverständigen verrät

Für die Bewertung eines Motors ist der Zustand des Öls ein aufschlussreicher Befund. Beim Kauf eines gebrauchten Boots kann eine Ölprobe Hinweise auf inneren Verschleiß liefern. Erhöhte Wasseranteile oder Säurewerte deuten auf Kondensatprobleme hin. Ein Gutachten zum Boot ordnet solche Befunde gemeinsam mit den Wartungsnachweisen ein. Nachgerüstete Feinfilter gehören ebenso ins Bootsgutachten wie das Serviceheft.

Wer Motor und Schmierung unabhängig bewerten lassen möchte, findet beim VUSS qualifizierte Ansprechpartner. Die Sachverständigen erstellen ein Gutachten zum Boot, etwa vor dem Kauf oder nach Schäden. Ein Bootsgutachten dokumentiert den Befund nachvollziehbar und unabhängig von Herstellern. Auch Fragen zu Wartung und Nachrüstung lassen sich dabei klären. Weitere Beiträge zur Mikrofiltration, etwa zu Diesel und Biodiesel, folgen in Kürze. Eine Anfrage lässt sich direkt über das Formular Gutachten anfragen stellen.

Quellen

Grundlage dieses Beitrags sind Dokumentationen und Fachberichte der Micfil Ultra Fine Filter GmbH sowie die Praxiserfahrung des Autors.

Marcel Fuchs, 1. Vorsitzender
Über den Autor

Marcel Fuchs

Sportboot-Sachverständiger · Fuchs Sachverständige für Sportboote

Seit fast 40 Jahren leidenschaftlich im Wassersport aktiv, begann die Laufbahn mit ersten Bootsführerscheinen. Ausbilder in einer renommierten Segel- und Motorbootschule, Skippertätigkeit, ein technisches Studium sowie zahlreiche Qualifikationen und ein eigenes Patent führten über den eigenen Servicebetrieb zum Yachtmanagement.

Daraus entwickelte sich die Tätigkeit als unabhängiger Sachverständiger für Sportboote und Ausbildungsleiter.

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